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die liebe Werbung Teil 1

Werbung –und ihre offenen Fragen

Wenn man in der letzten Werbepause, also vor etwa zehn Minuten, schon den Weg zur Toilette angetreten ist, die Fernbedienung sich nicht mehr in Reichweite befindet oder aber wieder auf allen Kanälen gleichzeitig der Werbeblock läuft, kommt man einfach nicht drum rum die neuesten Anpreisungen mehr oder minder sinnvoller Produkte über sich ergehen zu lassen.
Die dadurch stattfindende Verstumpfung lässt den reizüberfluteten Zuschauer ggf. nicht mehr nachdenken, was er da sieht.
Ich möchte Ihnen hier kurz die mir aufgefallene Missstände aufdecken.

Nehmen wir zum einen eine Werbung für einen Männerrasierer. Das Szenario sieht so aus, dass eine leicht bekleidete Frau im Vordergrund auf dem Bett sitzt, dann Richtung Bad schaut, in dem ein Mann in Boxershorts vor dem Spiegel steht. Auf die Frage „und?“ gibt es einen Kameraschwenk zum Close-up auf den Mann, dessen Antwort „ich habe nichts gespürt“ ist.
Nehmen wir es jetzt einfach mal auseinander; wir haben eine eindeutige Schlafzimmerszene. Sie liegt sogar noch im Bett, er ist im Bad. Und in der Frage „und?“ klingt doch auch die altbekannte Frage nach dem „wie war ich?“ mit, oder? Selbst wenn die altbewehrte Methode des „Sex sells“ hier gar nicht greifen sollte, was sollte dieses kleine aber markante „und?“ denn sagen?
Ganz klar richtet es sich an den Mann, der ebenso leichtbekleidet wie die Dame im neben dem Schlafzimmer liegenden Bad ist. Sich sozusagen „frisch macht“.
„Ich habe nichts gespürt“.
Wobei? Ist die sich stellende Frage des Zuschauers und erst die Auflösung, dass es sich um einen Rasierer handelt, soll hier anscheinend humorvoll sein. Der Zuschauer wird also von etwas anderem ausgehen sollen. Wovon, außer von den vorher stattgefundenen Beischlaf?

Nehmen wir also an, es handelt sich hier wirklich um Sex, wieso sollte der Mann nichts gespürt haben? Ist das ein schlechter Rollentausch? Die Frau, die sich erkunden möchte, ob es für den Mann auch so gut war wie sie, beziehungsweise nach seiner Bewertung fragt? „und, wie war ich?“
Und er? Hat nichts gespürt.
Klingt das für Sie logisch? Macht es Ihnen ebenso Gedanken, vor allem aber auch merkwürdige, sich im Kopf manifestierende Bilder?
Vielleicht können Sie mir ja auf die Sprünge helfen?!

Nächster Werbeblock, ähnliche Verwirrung.
Tiere rennen über die Straßen und lassen den Gewohnheitsgucker an Filme wie „Jumanji“ oder aber „3 Monkeys“ denken. Affen, die die Straße unsicher machen, Pinguine, die Autogramme haben wollen.
Überblende zu einem in blau-rot geschminkten Mann, der dann zum Pavian wird.
Und das als Werbung für ein Deo. „Tierischer Deoschutz“.
Verbinde nur ich einen Pavian mit Gestank? Auch hier kann ich keinerlei Sinn in der Werbung erkennen; nur eine weiter Firma, die sich dem WM-Werbungs-hype anschließen musste, obwohl keinerlei Reibungspunkte vorhanden sind.
Sechs, setzen!
25.6.06 19:26


über die Sanfte Blondierung

Haben Sie eine beste Freundin mit blonden Haaren?
Wenn Sie diese Frage jetzt mit "ja" beantworten können, sind Sie wahrscheinlich auch einer jener Frauen, die in Abständen von 6-8 Wochen der werten Freundin die Haare färben dürfen, oder?

Jedenfalls bin ich eine jener Frauen, die sich in so einer Situation befindet.
Mein Haarobjekt: Anja, kurze Haare, die zuerst blondiert, dann bunt gefärbt werden.

Das Ganze ist eine Art Ritual, reinkommen, rauchen, umziehen, Packungsbeilage bestaunen...

und hier fängt der Spaß an.
Sie nehmen jetzt also die Plastikhandschuhe, die sie bei der "Sanften Blondierung" im Beipackzettel finden, ziehen sie über um sich vor der Farbe zu schützen. Und das, obwohl es ja eine sanfte Blondierung ist.

Inhalte zusammengemixt, wird die Flasche des sanften Stoffes langsam richtig warm, chemisch erklärbar durch starke Reaktionen.

und dann legen Sie los, färben drauf los, Scheitel für Scheitel... bis Sie dann in die Situation kommen, dass Sie sich direkt über den mit der sanften Blondierung eingecremten Kopf beugen müssen.... von da ab tränen Ihre gereizten Augen, deren Schleimhäute aus Sand zu bestehen scheinen. Schon nach wenigen Atemzügen nimmt ihnen der Kohlenstoffmonoxid-Dunst jegliche Luft, schlingt sich sanft um Ihre Bronchien und lässt Sie dezent zum Fenster hechten.

So viel zu Ihrem Part der Blondierung.
Die herhaltende Kopfhaut dankt aber auch!
Denn durch die tränenden Augen und die zwischenzeitigen Hustenanfälle fällt es Ihnen schwer, nicht zu kleckern und so trifft der ein oder andere Spritzer auch die Stirn, oder aber die Ohren.
Und Sie haben weniger als 10 Sekunden das wieder abzuwischen, bevor die ach so sanfte Blondierung sich durch die Epidermis frisst und die baldige Blondine schreien lässt.

Resultat der Folter;
ein nettes Blond, dafür aber zwei erleichterte Freundinnen, die sich glücklich schätzen die "sanfte Blondierung" überstanden zu haben.


Tun Sie sich selbst den Gefallen und nehmen Sie eine Blondierung, die einfach nur Blond macht!
11.5.06 11:00


über ruhige Tage auf der Arbeit

Ich habe auf der Arbeit nichts zu tun. Dieser Satz ruft bei einigen geradezu auffressenden Neid hervor. Bei mir erzeugt die auf diesen Satz folgende Reaktion mitlerweile nur noch ein Kopfschütteln.

Schon mal 8 Stunden lang nichts getan? Sie werden sehen, die erste Stunde ist es entspannend, erholsam sich mal zur Ruhe kommen zu lassen, nach all dem Stress. Nach der zweiten Stunde fragen Sie sich, ob man es sich nicht ein bisschen bequemer machen kann und spätestens nach der vierten Stunde sind Sie der festen Überzeugung, dass Ihre Uhr stehen geblieben sei.

Der einzige Lichtblick ist das Radio, das da freudig Madonnas "Time goes by so slowly" trällert, nebst der Flatrate, die sie zwar nicht ganz legal, aber nach zwei solcher Tage ohne schlechtes Gewissen anschmeißen.

Und es passiert widererwartend nichts.
Sie haben nach 3 Stunden lesen Rücken- und Augenschmerzen, nach 2 weiteren Stunden ist das Internet auch ziemlich langweilig und sich mit sich selber und nichts anderem zu beschäftigen ist alles, nur nicht erholsam und wohltuend.

Sie kommen nach Ihrer Arbeitszeit nach Hause und müssen zu erst die Frage, was Sie denn tolles gemacht hätten mit einem einfachen "nichts" beantworten, woraufhin sich Ihr gegenüber entweder zufrieden gibt, oder bald anfängt zu beklagen, dass Sie nichts mehr erzählen.

Das traurige an der Geschichte; es gibt nichts, aber schön, dass Sie so einen ruhigen Tag haben!


Und mein Tag sieht nicht anders aus. 8 Stunden unnützes Absitzen, darauf hoffen, dass tatsächlich jemand anrufen sollte, oder aber ein Besucher den Schritt in die Filliale schafft.
Das Radio ist mit mitlerweile abhanden gekommen, so dass nur noch das Internet zur Verfügung steht.
Und vielleicht ist das ja auch ein kleines Stück Ursache dieses weblogs.

Genießen Sie Ihren Stress!
Denn Nichtstun wird zur Qual!
10.5.06 13:05


der Therapie-stempel auf der Stirn

Kennen Sie das? Sie treffen jemand nettes, unterhalten sich gut und irgendwann wird die Keule ausgepackt; "ja, mein Psychotherapeut hat mir das und jenes geraten".

plong.

Psychotherapeut? Haben Sie es hier etwa mit einem kinderfressenden Massenmörder in psychatrischer Behandlung zu tun? Wer geht denn zum Psychater?

Menschen wie ich.
Wobei ich zugegebener Maßen noch nicht den Schritt gegangen bin, der fällig wäre, aber daran arbeite ich.
Und außer mir sind es in dieser unglaublich rasanten Welt noch ein paar andere, die den Druck nicht mehr standhalten (wollen).
Ich spreche jetzt so frei, ohne zu wissen was es ist, dass mich Depressionen erleiden lässt. Aber ich werde weiter berichten -trotz Angst vor den Stempeln!


Worauf ich hinaus will;
diese stigmatisierende Wahrheit, zum Psychater zu gehen, in Therapie zu sein; Ein Zeugnis für fehlende Stärke, labile Psyche?
Und ich muss sagen; mit Nichten, denn Sie würden auch zu einem Arzt gehen, wenn Sie krank sind -sollten Sie zu mindest.
Und diese "psychisch kranken" Menschen -so wie ich- sind weder Serienmörder, noch sich verletztende Wracks, noch bin ich ein griesgrämiger oder äußerst trauriger Mensch, der als graue Maus zu hause still weint.

Wieviel Prozent schustern Sie dieser Krankheit zu? Jemand, der therapiert wird, ist keinesfalls unberechenbar, noch mit samthandschuhen anzufassen. Er ist einfach krank. Und wie würden Sie sich auf kurz oder lang fühlen, wenn Sie alle zwei Wochen grundlos zu hause sitzen und sich so mies fühlen, dass Sie einfach weinen. Und Sie schämen sich, weil Sie keinen Grund haben und Ihr Verstand sich ganz klar ausspricht, dass Sie völlig fehl handeln?Würden Sie sich krank fühlen?

Ich weiß, dass ich krank bin und daran arbeiten muss, habe aber Angst vor dem Stempel der "kranken" pardon "normalen" Menschen, die nicht verstehen könne, wie stark man sein muss, um seine Schwäche zu sehen!
10.5.06 15:14





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